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Die Kunst der effektiven Kommunikation: Tipps und Techniken - Teil 2

Nachdem ich im letzten Blogbeitrag das aktive Zuhören etwas genauer unter Lupe genommen haben, gehe ich heute auf unsere Körpersprache ein und will Ihnen hier ein paar interessante Erkenntnisse dazu liefern.

Wer sich mit der Körpersprache befassen will, muss sich in erster Linie mit unserer Gefühlswelt auseinandersetzen. Unsere Körpersprache ist nämlich der Spiegel unserer Gefühlswelt.

Paul Ekman erklärt, in seinem Buch «Gefühle lesen», in verständlicher Art und Weise die, wie er sie nennt, 7 Basisemotionen:

Trauer: die offensichtlichen Merkmale von Trauer sind herabschauende Mundwinkel, Tränen und der traurige Gesichtsausdruck. Wer traurig ist spricht vielleicht weniger und leiser. Wirkt apathisch und dadurch auch weniger fokussiert.

Zorn: zusammengekniffene Augenbrauen, ein starrer Blick und ein angespannte Kiefermuskulatur – alles Anzeichen dafür, dass unser Gegenüber innerlich vor Zorn bebt. Deeskalation ist in diesen Fällen oft erfolgsversprechender als Provokation.

Überraschung: erkennen wir an hochgezogenen Augenbrauen und einem leicht geöffneten Mund. Der Überraschungseffekt ist meist kurz, aber intensiv und kann sich nachhaltig auf den Gesprächsverlauf auswirken – je nach dem was die Überraschung ausgelöst hat, wird unser Gegenüber nun die Lage neu beurteilen oder Wahrnehmen.

Angst: geweitete Augen, hochgezogene Augenbrauen, weit geöffnete Augen und einen leicht geöffneten Mund sind Ausdruck von Angst. Angst löst eine Vielzahl von körperlichen Reaktionen wie, erhöhte Herzfrequenz, schnelle und flache Atmung, Schweissproduktion und angespannte Muskeln, aus. All diese Reaktionen nehmen wir bei unserem Gegenüber, bewusst oder unbewusst wahr.

Ekel: gerümpfte Nase, hochgezogene Oberlippe und zusammengepresste Augenbrauen deuten darauf hin, dass sich unser Gesprächspartner vor etwas ekelt.

Verachtung: unser Mund zieht sich einseitig hoch und wir kneifen die Augen zusammen, wenn wir Verachtung empfinden. Wir signalisieren damit unsere Abwertung und Ablehnung.

Freude: ein Lächeln, strahlende Augen und eine entspannte Körperhaltung sind alles Zeichen von Freude.

Die Krux mit all diesen Zeichen und Hinweisen ist, dass wir sie mehrheitlich unbewusst wahrnehmen und unserer unbewussten Wahrnehmung während eines Gesprächs meist nicht genug Beachtung schenken (können). Oft werden wir uns erst nach einem herausfordernden Gespräch bewusst, dass all die typischen Zeichen von Zorn, Angst oder Verachtung da waren, wir sie aber in dem Moment noch gar nicht haben einordnen können.

Ich ermuntere dich hiermit, beim nächsten Energieraubenden Gespräch, vermehrt auf die Mimik und Gestik der Gesprächspartner zu achten. Früherkennung hilft die Situation zu entschärfen, bevor sie ausser Kontrolle gerät. Es bedarf etwas Übung - sei Sie geduldig mit dir selbst!

Im nächsten Blog schauen wir uns zusammen den Einfluss menschlicher Bedürfnisse auf unsere Kommunikation an. Bis dahin wünsche ich dir wirkungsvolle Gespräche und viel Spass beim Detektieren der verschiedenen Basisemotionen.